Unser Kindergartenhund Gino

- Ein Freund und Helfer auf vier Pfoten


Wer hätte sich vor ein paar Jahren so etwas vorstellen können – Hunde im Einsatz in Therapiepraxen, Schulen und sogar Kindergärten? Immer häufiger wird die natürliche echte Art von Tieren, ihre Vorurteilsfreiheit sowie ihr ehrliches Feedback genutzt, um Menschen auf vielfältige Weise zu helfen.

Aus verschiedenen Gründen ist es vielen Familien nicht möglich, sich ein Haustier zu halten. Wir, das Team des ASB - Kindergartens in Saalfeld wollen unseren Kindern durch den Einsatz eines Therapiebegleithundes im Rahmen tiergestützter Pädagogik dieses Erleben ermöglichen.

Unser Kindergartenhund heißt Gino. Er ist ein Eurasierrüde und wohnt in der Familie von Erzieherin Kerstin Mann, die als Hundeführerin des Therapiehundeteams eine Ausbildung zur Tiergestützten Fachkraft mit Schwerpunkt Hund absolvieren wird. Diese Ausbildung erfolgt in Erfurt beim Verband Servicehunde Mitteldeutschland ab April 2021. Die Ausbildung umfasst theoretische und praktische Einheiten und die Einsatzplanung des Hundes, sowie Risiko- und Hygienemanagement. Der Hund wird auf Eignung für diese Ausbildung getestet, bevor er zugelassen wird. Den Abschluss bilden eine Theorie- und eine Praxisprüfung. Im zweijährigen Rhythmus erfolgen Nachschulungen des Therapiehundeteams.

Ein Eurasier ist perfekt geeignet, um uns in unserem Alltag als Kindergartenbegleithund zu unterstützen. Eurasier sind sehr ausgeglichene Hunde mit einem ruhigen Wesen, die aufmerksam sind und nur selten bellen. Sie sind anhänglich und lieben Streicheleinheiten. Natürlich wird unser Freund auf vier Pfoten artgerecht gehalten und kontinuierlich tierärztlich untersucht, denn nur ein Tier, das sich wohlfühlt und gesund ist, kann diese wunderbare Arbeit vollbringen.

Gino ist jetzt 4 Monate alt und besucht unseren Kindergarten zu Schnupperstunden, um Kinder, Mitarbeiter und Einrichtung kennen zu lernen. Seine ersten Besuche hat unser vierbeiniger Freund bereits super gemeistert und sowohl unsere Kinder als auch die Eltern finden dieses Projekt einfach toll. Natürlich gibt es immer Fragen der Eltern, wie der Einsatz unseres Begleiters ablaufen soll, auch Bedenken, aber durch fachlich fundierte Aufklärung durch Frau Mann, unsere Hundeführerin bekommen wir auch von diesen Menschen Vertrauen in unsere Arbeit.


Warum ein Hund?


Hunde sind unseren Kindern aus ihrem Alltagsleben bekannt. Sie gehen ohne Vorurteile und Erwartungen auf die Kinder zu und nehmen diese so an, wie sie sind, egal wie sie gekleidet sind oder aus welchem Land sie kommen. Hunde geben jedem ein ehrliches Feedback, d.h. sie reagieren nach ihren Bedürfnissen und Instinkten. Kinder und Tiere genießen Gesellschaft, Streicheleinheiten und Zuwendung und brauchen außerdem Regeln. Gemeinsam mit ihrem neuen tierischen Begleiter beobachten, erforschen, lernen unsere Kleinen und Großen und entwickeln ihre emotionalen und sozialen Kompetenzen weiter – streicheln und kuscheln inklusive!


Welche Ziele wollen wir erreichen?


Wir leben in einer Zeit schneller Veränderungen und medialem Überangebot, was auf allen gesellschaftlichen Ebenen wirkt. Kinder können diese Schnelllebigkeit und den Überkonsum der immer präsenten Medienwelt auf Grund der Entwicklungspsychologie des Menschen nur schwer bewältigen. Wir als Erzieherteam stellen vermehrt Konzentrations- und Sprachauffälligkeiten fest, für die der Einsatz tiergestützter Pädagogik viele Vorteile bringt und Unterstützung für die Entwicklung unserer Kinder bietet. Durch tiergestützte Pädagogik können wir die Kinder in allen Bildungsbereichen fördern. Sie lernen, Verantwortung für ihren Gino zu übernehmen. Sie erfahren ebenfalls, dass jedes Lebewesen Bedürfnisse hat, die respektiert und akzeptiert werden sollten. Die Kinder stellen gemeinsam mit der Hundeführerin, Frau Mann, Regeln im Umgang mit Gino auf und wissen, dass diese zum Wohl und Schutz aller Beteiligten eingehalten werden müssen. Gleichzeitig wird ihnen Wissen vermittelt, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie in ihrem Alltag auf unbekannte Hunde treffen, um Unfälle zu vermeiden. Zurückhaltende, verschlossene Kinder öffnen sich dem Freund auf vier Pfoten schneller und können über diese Brücke in Kontakt mit ihren Mitmenschen treten – was wir bereits an den ersten Besuchstagen beobachten konnten, sowohl bei Kindern und Eltern. Weiterhin fördert der Umgang mit unserem Kindergartenhund sprachliche Kompetenzen durch Anregung zu verbaler und nonverbaler Kommunikation, unterstützend zum Programm „Sprach-Kita“.

Das Therapiehundeteam wird nach Abschluss der Ausbildung regelmäßig 2-3mal pro Woche im Kindergarten arbeiten. Der Einsatz erfolgt ganztägig als Begleiter, aber es werden auch zielgerichtete spezielle Angebote erfolgen. Es werden alle Altersgruppen unserer Einrichtung sowie die Tagesgruppe nach § 31 SGB VIII in die tiergestützte Arbeit integriert.


Wir sind vom Erfolg unseres Kindergartenbegleithundes überzeugt und suchen gern noch Unterstützer, z.B. für die Finanzierung der Ausbildung. Die Praxisgemeinschaft Gutekunst Therapien & Seminare GmbH Rudolstadt hat uns bereits eine Transportbox und eine Hütte für den Garten gespendet, ebenso hat sich der Auto-Teile-Markt ATM Rudolstadt finanziell beteiligt. Weitere Firmen, wie z.B. die Fahrschule Koch aus Rudolstadt und die Saalfelder Firma JAKUSA Bedachungen GmbH haben Interesse an unserem Projekt bekundet uns zu helfen. Natürlich erhalten wir auch Unterstützung von den Eltern, z.B. beim Aufbau der Hundehütte.

Möchten auch Sie sich an diesem einzigartigen Projekt beteiligen und den Kindern diese außergewöhnliche Chance ermöglichen? Melden Sie sich bei uns!